#41 Rockstar & Schauspielerin - Mord oder tödliche Leidenschaft (Teil 1) x Sisters in Crime

Shownotes

Amira und Paula haben Jule und Karolin vom Podcast "Sisters in Crime - Frauen, die töten" zu Gast - schließlich steht Amira voll auf True Crime! Die vier sprechen über tödliche Leidenschaften, toxische Beziehungen, die Begeisterung für Serienkiller und über die Frage, warum gerade Frauen düstere Geschichten so spannend finden. Außerdem erzählen Jule und Karolin einen Fall: Es geht um die tödliche Liebe zwischen dem Rockstar Bertrand Cantat und der Schauspielerin Marie Trintignant. Teil 1 der Geschichte gibts hier bei Iced Macho Latte, Teil 2 dann bei Sisters in Crime. Die Fotos und Videos zum Fall könnt Ihr Euch unter sistersincrime.podcast bei Instagram anschauen. In der Folge kommen auch der Rechtsmediziner Thomas Kamphausen und der Psychologe Christian Lüdke zu Wort.

Quelle u. a.: Netflix-Doku: Vom Rockstar zum Killer: Der Fall Bertrand Cantat

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Transkript anzeigen

00:00:01: Hey, hier sind Amira Ali und Paula Lambert.

00:00:05: Und du hörst Eist Macholatte.

00:00:07: Deine wöchentliche Dosis Liebe, Leben und Happiness.

00:00:11: Viel Spaß.

00:00:16: Herzlich willkommen bei Eist Macholatte.

00:00:19: Aber heute eine ganz besondere Folge.

00:00:21: Was ist los, fragt ihr euch.

00:00:23: Da gebe ich die Stimme doch mal an jemand anderen.

00:00:26: Hallöchen.

00:00:27: Hallo.

00:00:27: Hallöchen.

00:00:29: Wir haben heute eine große Party.

00:00:31: Eine richtig große Party.

00:00:32: Hallo auch mal hier von mir.

00:00:34: Willkommen, wir sind hier ein Vierer gespannt heute und ich freue mich sehr.

00:00:38: Frau in Power, mein liebstes Thema True Crime, meine liebste Podcastpartnerin Paula.

00:00:45: Es könnte nicht besser sein.

00:00:48: Jule und Caroline, herzlich willkommen bei uns.

00:00:51: Ja, danke, dass wir da sein dürfen.

00:00:53: Ja,

00:00:53: danke schön.

00:00:54: Die Sisters in Crime bitte stellt euch doch noch mal vor.

00:00:58: Du hast es ja schon gesagt, sisters in crime sind wir.

00:01:01: Wir posten den Podcast, bei dem es um Frauen geht, die zu Mörderinnen werden.

00:01:08: Weil wir finden, dass es so viele Männer gibt, über die berichtet wird, über männliche Täter, dass es Zeit ist, auch mal die Frauen zu Wort kommen zu lassen und zu zeigen, dass es auch böse Frauen gibt.

00:01:18: Also wir finden, das gehört auch ein bisschen zum Thema Gleichberechtigung.

00:01:22: Da

00:01:22: ist ja echt ein bisschen so, dass man immer denkt, die Frau ist so die liebende, fürsorgliche, aufopfernde Mutti.

00:01:29: Und am Ende ist es eben gar nicht so.

00:01:30: Es gibt auch Frauen, die töten, es gibt Frauen, die misshandeln, es gibt wirklich grausame Frauen.

00:01:35: Und wir sind selbst überrascht, Wie viele Fälle wir doch immer wieder finden, weil es heißt ja immer nur zehn Prozent, zehn bis fünfzehn Prozent der Mordfälle, da sind Frauen verantwortlich, aber es sind ehrlich gesagt immer noch genügend.

00:01:47: Leider, ja.

00:01:48: Wenn man mal überlegt, zehn bis fünfzehn Prozent der Weltbevölkerung, da haben wir ein bisschen was zu tun.

00:01:53: Da gibt es natürlich einiges.

00:01:55: Aber unter dem Strich, so wie die Studien ja auch sagen oder die Bilanz, das auch sagt, Männer sind halt schon eher das aggressivere Geschlecht.

00:02:03: Zeig mal mal so, die mehr Verbrechen begehen.

00:02:05: Trotzdem ist es deshalb ja gerade so ein Phänomen, wenn man solche Geschichten erfährt.

00:02:10: Ich weiß noch, ich hab mal eine Doku gesehen, Dieser Doku hat mich nachhaltig geschockt und traumatisiert, glaub ich auch.

00:02:17: Der Fall Fernandez, der kleine Junge ... Wie heißt der mit Vornamen noch mal?

00:02:23: Gabrielle oder so?

00:02:24: Gabrielle Fernandez, genau.

00:02:26: Kennt ihr diesen, dieser Doku?

00:02:27: Nee.

00:02:28: Doch, bestimmt.

00:02:29: Erzähl mal kurz.

00:02:30: Also, der Junge ist mit acht eingeliefert worden ins Gangehaus und ist an den ganzen Misshandlungen gestorben, die er über Jahre hinweg erleben musste.

00:02:41: Und dann kam halt Stück für Stück raus, dass seine eigene Mutter ihn also wirklich systematisch mit dem neuen Partner so dermaßen misshandelt hat auf so viele verschiedene Arten.

00:02:53: Also wirklich, dass dir schlecht wird.

00:02:54: Ich saß da und hab nur geweint.

00:02:56: Wirklich, ich hab nur geweint.

00:02:58: Ich dachte mir nur, wie kann man seinem Kind so etwas antun?

00:03:02: Also von Zigaretten am Körper ausdrücken, bisschen mit Katzen, Kot füttern.

00:03:08: Mädchen Klamottenanzinum ist zu schikanieren, im Schrank einsperren und so.

00:03:12: Es war so viel Schlimmes dabei, was mich wirklich ganz schlimm geschockt hat.

00:03:17: Und das war eine Frau, sogar eine Mutter.

00:03:20: Das ist so eine Emanzipation, auf die ich verzichten könnte.

00:03:23: So eine Augenhöhe brauche ich jetzt nicht so.

00:03:25: Ehrlich gesagt.

00:03:27: Nee, absolut.

00:03:28: Das sollte auch nicht so gemeint sein.

00:03:29: So nach dem Motto, endlich dürfen Frauen morgen nicht falsch verstehen.

00:03:35: Es war mehr so nach dem Motto, weil es ist ja tatsächlich so, es gibt ja Studien, dass Frauen sogar seltener verurteilt werden, beziehungsweise seltener in den Fokus der Ermittlungen manchmal rücken, weil man ihnen das nicht zutraut.

00:03:46: Und das war eher so der Hintergrund, dass man halt sagt, man muss schon genau hingucken.

00:03:50: Und manchmal kriegen Frauen auch noch ein milderes Strafmaß, obwohl die Taten halt ganz, ganz schrecklich sind.

00:03:54: Ich glaube, das war eher der Hintergrund der Emanzipation.

00:03:57: Ja, und es geht halt auch darum zu zeigen, wie Juli schon gesagt hat, dass die Frau nicht nur die Liebe für sorgliche Mutti ist, in jedem Fall, sondern dass auch Frauen vielschichtig sein können.

00:04:07: Und dass es sich lohnt, da auch genauer hinzuschauen, weil das eben auch, wie du es gerade auch in dem Beispiel genannt hast, eben leider sehr viele böse Frauen gibt.

00:04:15: Oh ja, ich glaube auch, dass Frauen es, wenn vielleicht ein bisschen klüger anstellen, das ist ja auch wie beim Fremdgehen, sagt man ja, dass Frauen das einfach dann geschickter machen als Männer, weil Männer eben dann sehr impulsiv, aggressiv handeln, wie ja auch dann quasi im Gefecht.

00:04:32: Also jetzt wissen wir ja, wie ihr dazu gekommen seid, das war also euer Denkansatz.

00:04:36: Wie kann man sich das vorstellen, eure Recherchen, also wie entscheidet ihr, okay, der Fall hat zwar den bei uns reinzukommen?

00:04:41: Also meist entscheiden wir ganz spontan aus dem Bau heraus, was würde uns jetzt interessieren als Zuhörerin.

00:04:46: Ich habe es neulich auch schon mal von einem größeren Publikum gesagt.

00:04:49: Also so die Krankenschwester, die die Patienten ermordet, das waren wir jetzt irgendwie nicht, weil das so klischemäßig ist.

00:04:55: Aber es gibt halt so viele schlimme Fälle, wie du ihn jetzt gerade berichtet hast.

00:04:58: Oder wir haben jetzt in der letzten Woche einen Fall gehabt, da ging es sogar um sexuellen Missbrauch, was von Frauen ja auch eigentlich ganz, ganz selten ausgeht.

00:05:07: Es sind meist Fälle, ja, die vielleicht einen kleinen Plottwurst haben, die eine überraschende Wendungen haben, die man so nicht erwartet.

00:05:13: Ja, einfach Fälle, die wir selbst spannend finden würden.

00:05:16: Und halt auch welche, wo man ein bisschen die Hintergründe vertiefen kann.

00:05:19: Also wir haben ja auch immer unseren Rechtsmediziner Thomas, der ganz toll erklärt und auch so, dass man das versteht, was so die rechtsmedizinischen Hintergründe sind.

00:05:27: Wir haben immer auch oder fast immer einen Psychologen, wo man halt so ein bisschen in die Tiefe gehen kann, dass es so ein bisschen darüber hinausgeht, dass es so sensationslustig rüber kommt, sondern eher, dass man so inhaltlich ist und eben auch noch was mitnimmt.

00:05:39: Das finde ich ja immer am spannendsten an allem.

00:05:42: Also die Psychologie, die dahinter steckt.

00:05:44: Ich habe mal ein Buch gelesen, Pauline, ich habe schon darüber gesprochen vom Opfer zum Täter, vom Opfer zum Serienmörder.

00:05:50: Da die Psychologie, das war auch eine Dissertation von einer Psychologin, die darüber einfach die wollte auch wissen, was macht.

00:05:56: Also interessanterweise glaube ich, dass Frauen vielleicht weniger die Täter sind.

00:06:02: Aber ich glaube, sie machen viele Ted.

00:06:04: Weil so vieles in der Kindheit passiert und so vieles Mama-Issches sind und Daddy-Issches natürlich auch.

00:06:10: Aber das Mütter, ich meine schaut euch Ted Bundy an, schaut euch die ganzen großen Serienmörder oder jetzt gerade kürzlich.

00:06:19: nicht Jeffrey Dahmer, sondern wie

00:06:21: Ed

00:06:21: Geen.

00:06:22: Perfektes Beispiel.

00:06:23: So, die hat selber jetzt keinen umgebracht, die hat aber einen Mörder, also sie hat dafür gesagt, dass der Sohn also so dermaßen einen Dachschauen bekommen hat mit ihrer strengen religiösen Erziehung, mit dem Nicht-Sex, keine Frauen, Frauen sind böse, Frauen sind schlecht.

00:06:36: Dieses verquerte Sexualbild, also auch Frauen gegenüber, das ist ja das Interessante.

00:06:42: Das Wilde daran ist, dass Frauen überhaupt die, die die Täter schaffen, die Eltern selber auch immer Opfer sind von emotionalem Missbrauch und so weiter.

00:06:53: Dieser wahnsinnige Kreislauf, der dahinter steckt, den finde ich absolut irre.

00:06:59: Total und wir merken das halt auch das bei allen fällen die wir hatten sind immer issues in der kindheit.

00:07:04: also es gibt glaube ich keinen mörder wo man irgendwie sagt auch der ist aber behutsam aufgewachsen der hat eine ganz tolle kindheit der hat überhaupt keine probleme und dann ist er hoops zum mörder geworden sondern es sind immer probleme in der kindheit.

00:07:15: und ich finde es halt auch so schlimm wenn man weiß wie viel kinder heute ja auch allein in deutschland unter furchtbaren Bedingungen aufwachsen.

00:07:23: Einfach, wo sich nicht gekümmert wird und man sich so vorstellt, okay, das sind im Zweifel alles potenzielle Täter von morgen.

00:07:29: Ja, nicht alle, ich glaube, weil ich habe gerade Ted Bundy genannt, aber da kam mir nichts raus.

00:07:34: Da haben die auch gesagt, okay, da graben wir mal in der Kindheit, ist da irgendwas passiert.

00:07:38: Es passiert z.B.

00:07:39: auch nicht unbedingt immer was zu Hause, sondern vieles auch im Umfeld und in der Schule.

00:07:44: Kinder, die ausgeschlossen worden, ausgegrenzt worden, gemobbt worden, war jahresystematisch.

00:07:49: Die sind auch ganz oft später dann Täter und rächen sich dann irgendwie.

00:07:55: Es ist wirklich so spannend und auch eigentlich beängstigend, was man alles falsch machen kann.

00:08:02: Das sind manchmal Kleinigkeiten, die solche Nachwirkungen haben.

00:08:07: Und ich stell dir mal vor, dass das dein

00:08:08: Kind ist.

00:08:10: Aber das Ding ist ja, dass es meist nicht plötzlich auftritt.

00:08:13: Also ich glaube, ganz, ganz selten reift das in einem und plötzlich ist man Mörder.

00:08:17: Sondern es gibt ja ganz viele Vorstufen.

00:08:20: Und da

00:08:21: muss man halt genau hinschauen.

00:08:22: Und das haben wir auch bei so vielen Täterinnen, die wir jetzt beleuchtet haben, gemerkt.

00:08:25: Also es gibt Wahnsignale.

00:08:29: Und das ist vielleicht auch so ein ganz toller Hinweis, auch in einem eigenen Umfeld ein bisschen genauer hinzuschauen.

00:08:34: Dann gibt es Kinder, die auffällig sind.

00:08:36: Oder gibt es vielleicht auch Erwachsene, die Gewalttät.

00:08:40: dass das vielleicht erst die erste Stufe ist.

00:08:41: Und möglicherweise steigert sich das dann noch.

00:08:44: Also Profiler arbeiten ja mit ganz genauen Rastern.

00:08:48: Du hast eigentlich fast eine ganz safees Rasta, nachdem du gehen kannst.

00:08:55: Alle zukünftigen Täter haben in der Kindheit Tiere gequält, zum Beispiel.

00:09:00: Sobald ein Kind Tiere quält, stimmt was nicht.

00:09:04: Ja, genau, oder?

00:09:05: Spaß hat an anderen Leid.

00:09:08: Ich habe eine Freundin, die war mal eine Kinderpsychologin, eine Kindertherapeutin, die hat auch gesagt, es gibt, also ohne irgendwelche Beispiele zu nennen, aber es gibt natürlich auch Fälle, da siehst du da schon mit acht Jahren Mädchen, die lachen, wenn sich jemand verletzt, dann freut sie sich richtig.

00:09:24: Das ist auch schon so, oder auch dieses Buch, was ich eben genannt habe von Petra Klages.

00:09:29: Da handelt er sich ja um einen Serienwörter und der erzählt halt wirklich, die hat eine Brieffreundschaft mit dem Gefühl, weil sie wollte wissen, was hat ihn dazu bewegt oder woher kommt der?

00:09:40: Und der hatte dann so Sachen erzählt, man weiß natürlich nicht, ob das jetzt alle so stimmt.

00:09:44: Vielleicht wollte er ein bisschen dramatisch sein, aber der war im Bauernhof groß geworden, wurde von dem Nachbarn sexuell missbraucht und wurde dazu gezwungen mit Tieren.

00:09:55: zu verkehren oder zuzugucken, wie jemand mit Tieren verkehrt.

00:09:59: Also das sind Sachen, ich weiß nicht, wie tief wir da jetzt rein und wie detailreich ich jetzt erzählen darf, aber das waren Sachen, die haben mich, ich saß wirklich da mit offenem Mund, ich dachte, das kann nicht sein.

00:10:08: Also ich hab das jetzt mal ein bisschen humaner erzählt, es geht noch ekelhafter.

00:10:12: Aber ja, egal, was war denn, weil der euch wirklich am meisten getroffen hat und schockiert hat?

00:10:19: Also ich fand tatsächlich unseren aktuellen Fall jetzt gerade ziemlich schockierend.

00:10:22: Caro, du hast den ja gerade schon angesprochen.

00:10:24: Das war ein Fall aus Paris, wo eine Frau im Grunde als stellvertreter Mord, also die war, wurde zurückgewiesen von ihrem On und Off Freund und wollte sich eigentlich, sagt sie im Nachhinein, an ihm rechnen und wollte einfach sozusagen... irgendjemandem was Schlechtes tun.

00:10:39: und dann ist sie zufällig in ihrem Haus auf ein zwölfjähriges Mädchen getroffen und hat die dann mit zu sich in die Wohnung genommen und hat die dann sexuell missbraucht, geschlagen, mit einer Schere misshandelt und erwirkt am Ende.

00:10:52: Und das fanden wir schon beide, glaube ich, richtig, richtig schlimm, weil Morde sind ja immer schlimm, aber wenn es, also es ist ja immer irgendwie nutzlos, aber wenn du dann dieses arme Mädchen war, einfach nur zur falschen Zeit im falschen Ort und wir haben es ja auch gerade schon gesagt, es ist so ungewöhnlich, dass auch eine Frau Ein Kind überhaupt sexuell missbraucht und dann auch noch ein Mädchen.

00:11:11: Und das sind so Sachen, alle Fälle mit Kindern sind einfach echt was, was uns schon sehr bewegt und auch schockiert.

00:11:18: Was auch schlimm war, waren unsere Barbie und Kennkiller.

00:11:21: Also ein Killerpärchen, ein Ehepaar, was sich dann gemeinschaftlich auf die Suche gemacht hat nach potentiellen Opfern.

00:11:28: Und ja, man weiß jetzt nicht, wer da die treibende Kraft war, wer schlimmer war von beiden, aber letztendlich haben sie es sogar geschafft.

00:11:35: Oder haben sie sogar die eigene Schwester, der Frau, missbraucht, sie unter Medikamente gesetzt, sie getötet.

00:11:42: Also, es sind wirklich schlimme Abgründe gewesen.

00:11:44: Und oft Fälle, an die wir noch lange denken.

00:11:47: Ja, da fällt mir auch nur ein Doktor eigentlich.

00:11:49: Gerade der Kitz, ich gesehen habe, also jetzt auch ein paar Monate her, Ted and Rosie West, oder ich weiß nicht, Rose West.

00:11:55: Oh mein Gott, das hat mich ja auch geschockt.

00:11:58: Ein Ehepaar, die haben ja erstens hier draufgekommen, also, das Ehr.

00:12:02: das Kind ermordet haben soll und den anderen Kindern erzählt hat, wenn ihr schlimm seid, dann landet ihr auch unter den Pflastersteinen wie eure Schwester.

00:12:11: Und da hielten das eigentlich immer alles für ein Scherz oder eine Drohung, bis dann rauskam.

00:12:15: Ja, da sind schon ein paar Leichen vergraben unter dem Haus oder im Garten.

00:12:19: Und irgendwann kam dann eben raus, dass die Ehefrau also wirklich einen erheblichen Beitrag dazu geleistet hat und teilweise sogar die Mietchen angelockt hat.

00:12:28: Also die haben dann Die haben dann wirklich so getan, mit Baby sind ihr auf die Jagd gegangen, mit einem frisch geborenen Baby.

00:12:34: Und ja, wir brauchen kurz Hilfe und so.

00:12:35: Natürlich, jeder würde dann irgendwie helfen, wenn eine Frau mit Baby am Arm, denkst du doch nicht, dass die dich jetzt hier rein lockt, damit der Mann dich missbraucht und ermordet.

00:12:43: Und irgendwie im Vorgarten vergreppt.

00:12:46: Das ist schockierend.

00:12:47: Und vor allem wie bizarr und was sie da auch alles so gemacht.

00:12:51: Also, da gibt es wirklich solch krasse Fälle.

00:12:55: Wahnsinn, weil man nicht glaubt, ist nochmal, man glaubt einfach nicht, dass Frauen so sind.

00:13:00: Wir kennen das eigentlich nur von Männern.

00:13:02: und so wie ihr auch sagt, Missbrauch.

00:13:06: Man stellt sich an Missbrauch, wenn eine Frau jemanden, wie soll eine Frau jemanden missbrauchen?

00:13:09: Wie sollen das funktionieren?

00:13:10: Wenn anatomisch, denkt man wahrscheinlich jetzt dann direkt deswegen.

00:13:14: Aber das ist krass,

00:13:15: das ist wirklich schockierend.

00:13:17: Deswegen, ich lausche fleißig euren Geschichten.

00:13:21: Noch ganz kurz, bei Frauen kommt er noch erschwerend häufig hinzu, dass sie aus so einem eigenen Beziehungsdruck heraushandeln.

00:13:30: Im Sinne von, wenn ich XY tue, dann bekomme ich aber die Liebe, die mir sonst verwehrt geblieben ist.

00:13:35: Also diese große emotionale Abhängigkeit, die da noch eine Rolle mitspielt.

00:13:39: Was das Ganze auch so auf mehreren Ebenen noch so ein bisschen ekliger macht, finde ich.

00:13:45: Ja, total.

00:13:46: Du, wir müssen ja noch eine Sache aufklären, ist mir aufgefallen, Karo.

00:13:49: Wir haben ja über Amira schon und Paula gesprochen in unserer letzten Folge, weil wir haben natürlich auch euren Podcast gehört.

00:13:54: Und ihr habt euch ja an irgendeiner Stelle mal unterhalten, da hat Amira gesagt, dass sie so Mordgegenstände spannend findet.

00:14:01: Und ich meile, du hast so ja gesagt, du würdest dir so was hinstellen, oder?

00:14:04: Oder hab ich das falsch im Kopf?

00:14:06: Das ist

00:14:06: schon speziell.

00:14:07: Klar,

00:14:07: die Paula, der T-T-Ball.

00:14:09: Mir bei Paula, glaube ich, erzählte, dass sie da irgendwie in einem Museum war und da waren so ... Also in Berlin gab's ... Es

00:14:14: gibt eine Ausstellung.

00:14:15: Ja, genau.

00:14:16: Aber ich war nicht da, weil mein Kumpel hat gesagt, schlecht ist Juju.

00:14:19: Genau, schlecht ist Juju.

00:14:21: Oh Gott, ja, weil da vielleicht schlechte Vibes sind, ja.

00:14:24: Bei mir gibt's keine schlechte Juju.

00:14:25: Aber

00:14:26: das heißt, du fändest das spannend einfach, weil das dann schon irgendwo vorkam oder weil dich das fasziniert?

00:14:31: Ja, also noch mal für die, die es nicht gehört haben.

00:14:33: Es gibt in der Ausstellung, da kann man Utensilien von Serienmördern ergattern oder ... Möbelstücke oder irgendwelche Sachen aus dem Haushalt, der dann natürlich ausgelöst

00:14:42: wurde.

00:14:43: Und ich würde, also ich wurde gefragt, ob ich mir sowas aufstellen würde zu Hause.

00:14:47: So keine Ahnung, so eine Lampe von Jeffrey Dahmer, ich weiß ja auch nicht oder so eine selbst.

00:14:52: aus Haut bestehen, die Schlumpe von Ed Geen.

00:14:58: Ich würde es machen.

00:14:59: Ich fände das geil, so ein Raum zu haben.

00:15:01: Ich hab, ich mein, wieso denn nicht?

00:15:03: Ich hab einen Bekannten, das ist ein Arzt, den war ich mal besuchen und der hat ein Raum voller Dino-Eier und Knochen und keine Ahnung, was für ganzen Sachen eben.

00:15:15: Und warum denn nicht so ein Raum mit solchen Sachen von Serienwörtern?

00:15:19: Ich find's spannend.

00:15:20: Und Duschu ... Weil

00:15:22: jeder Annabelle gesehen hat und The Conjuring, das macht

00:15:25: man an.

00:15:25: Wäre mal echt

00:15:26: schnell raus.

00:15:26: Paul, du würdest das dementsprechend höre ich raus nicht tun, oder?

00:15:30: Kein Fall.

00:15:31: Nein.

00:15:32: Außerdem kann man die da nicht ergattern nur angucken.

00:15:34: Das wär noch schöner.

00:15:36: Man kann die nur angucken.

00:15:38: Aber das ist hier in Berlin.

00:15:39: Da gibt's auch die Originalbrille von Jeffrey Dahmer.

00:15:42: Nein.

00:15:42: Und den Käfer von Ted Bundy anzuschauen.

00:15:46: Nein.

00:15:47: Krass.

00:15:47: Also, wir hatten ja meine Killerin aus Großbritannien, die hatte in ihrem Schlafzimmer große Porträts von den großen Serienkillern an der Wand.

00:15:54: So, da hab ich auch gedacht, okay, das sind auch Issues, glaub ich, wenn du sozusagen da beim Sex in deinem Bett liegst und um dich herum ist Rose West und Ted Bundy und wen so alles gibt.

00:16:04: Das fand ich auch, sagen wir mal ein bisschen, das

00:16:06: würde ich jetzt nicht machen.

00:16:07: Bedenkenswert.

00:16:09: Es gibt ein großes Kunstwerk, ein Porträt von Myra Heinz, auch so eine Kindermörderin.

00:16:15: Das ist nur mit Kinderhänden gemacht.

00:16:17: Nein.

00:16:18: Als Abdrücke, wie so eine Collage im Grunde.

00:16:20: Wenn du weit weggehst, siehst du sie.

00:16:23: Und wenn du nah ran gehst, siehst du lauter Kinderhände.

00:16:25: Ganz krass.

00:16:26: Krass.

00:16:27: Ja, das würde ich mir auch nicht aufhängen.

00:16:28: Aber gut, Paula, dann weißt du ja jetzt, was ein Weihnachtsgeschenk für Amira wäre.

00:16:32: Ja,

00:16:32: es kostet nur ein paar Millionen.

00:16:34: Aber sicher, Amira.

00:16:34: Ja, wenn

00:16:35: die auch noch reicher wird.

00:16:36: Aber viele

00:16:37: Frauen... Ich

00:16:39: wollte euch eigentlich nur fragen, warum ihr True Crime hört.

00:16:42: Also viele Frauen sagen ja, dass sie sich vielleicht vorbereiten möchten, wenn sie sich selbst unsicher draußen fühlen auf der Straße, oder dass sie einfach die psychologischen Aspekte, das du ja auch schon angesprochen hast, was sind denn eure Beweggründe, euch True Crime anzuhören?

00:17:01: Ja, also ich höre gar keinen True Crime, ich lese das nur.

00:17:04: Also wenn ich irgendwas im Fall sehe oder so, dann google ich und lese mich dann ein.

00:17:10: Weil hören will ich es nicht, das geht mir irgendwie zu nah.

00:17:13: Es gibt auch Studien, die natürlich untersucht haben, warum Frauen sich dabei so entspannen.

00:17:18: Und das möchte ich jetzt nur mal so ganz wertneutral hier in die Welt schicken.

00:17:23: Und hat festgestellt, Frauen, die sich bei True Crime entspannen, weißen psychopathische Züge auch.

00:17:30: Wirklich?

00:17:31: Just saying.

00:17:32: Aber okay.

00:17:32: Ups.

00:17:33: Viel Spaß beim Möhren dieser Folge.

00:17:34: Alles klar, Paula.

00:17:35: Ich kann

00:17:36: mir nur ansetzen.

00:17:39: Aber mir ist das zu heiß alles.

00:17:41: Ich lese das und dann kann ich es, ich will es auch ungern gucken.

00:17:44: Ich habe Ed Geen angefangen, habe dann gedacht, nee, ich gucke lieber ein liebes Film.

00:17:48: Das ist schöner.

00:17:49: Das war doch gar nix.

00:17:50: Ja,

00:17:50: schönen Caro, Amira, ne?

00:17:52: Wir drei haben also psychopathische Züge, da können wir jetzt mal rüber nachdenken.

00:17:55: Ja, Kamro, wo kann ich mit leben?

00:17:57: Das macht nichts, ist nicht schlimm.

00:17:59: Politik besteht daraus.

00:18:01: Dann

00:18:01: habe ich aber gut im Griff, weil ich habe noch niemanden umgebracht.

00:18:03: Aber bei mir ist es genau das andere Extrem.

00:18:06: Bei mir könnte es nicht brutaler sein.

00:18:08: Ich finde das super spannend.

00:18:09: Ich gucke mir jede Doku an.

00:18:11: Ich habe auch schon alles geguckt.

00:18:13: Je brutaler, desto besser.

00:18:14: Wenn ich schon lese, hier irgendwie erschossen oder kann ich was denken, langweilig.

00:18:19: Nein, ich brauche schon wirklich... Also, das klingt jetzt, ich muss das einfach so ehrlich ansprechen.

00:18:24: Oder dann gibt's ja auch diesen Bombenleger da, diesen Unabomber von New York, oder wo war das nochmal?

00:18:29: Ja, USA.

00:18:30: War

00:18:30: jetzt auch nicht, also guck ich dann auch nicht, als ich brauche schon jemanden, der wirklich auf die Jagd gegangen ist, der systematisch Menschen ermordet hat, vergraben hat.

00:18:39: Ich weiß es nicht.

00:18:40: Das ist etwas, was mich super krass interessiert, weil es eben die absoluten Abgründe der Menschheit zeigt.

00:18:48: Und ich werde auch niemals vergessen, da gab es einen, ich glaube, der war in Russland.

00:18:54: Der war so brutal, der hat Frauen im Wald erschlagen, es braucht und sein Markenzeichen war, der hat denen eine Wortkaflasche.

00:19:03: innen Schädel eingedrückt, also quasi ... Kann ich das so erzählen?

00:19:06: Wo ist das zensiert werden?

00:19:07: Nein, man, das ist ein True Crime-Podcast.

00:19:09: Du kannst mit Blut um dich werfen.

00:19:11: Ja,

00:19:11: okay, der hat Löcher reingeschlagen.

00:19:14: Ja, der hat Löcher in die Köpfe dann nach rein geschlagen und dann eine leere Vodkaflasche dann so quasi als Souvenir drinnen stecken lassen.

00:19:22: So,

00:19:22: in nem Schädel.

00:19:24: Krank, krank ist.

00:19:26: nicht so, dass ich denk, boah, geil, geil.

00:19:27: So, ich denk mir so ... Was?

00:19:29: So, und ich weiß auch noch, als Edgiendings daraus kam Monster, ich habe mich nur davor die Reactions und so gesehen, wo alles, oh mein Gott, ich kann ausschalten und ich, nachdem ich die Doku gesehen habe und so, ich sage mir, wow, endlich mal was wirklich Brotales, wo man vielleicht wirklich nicht mal hingucken kann.

00:19:43: Ich habe es angeboten.

00:19:44: Ich bin da echt ziemlich hart.

00:19:46: Genau, und da ist der Beweis.

00:19:47: Bitte schön.

00:19:50: Aber ich kann nicht beruhigen, Amira, du bist damit nicht allein.

00:19:53: Wir haben auch die Beobachtung gemacht, dass je brutaler unsere Fälle sind, desto besser werden sie abgerufen.

00:19:58: Ist

00:19:58: so.

00:19:58: Du solltest

00:19:59: dich bei uns ein bisschen austoben.

00:20:00: Wir haben viele Fälle, die da in deinen Schema passen.

00:20:03: Perfekt.

00:20:03: Okay,

00:20:03: cool.

00:20:04: Also, dann bin ich jetzt gespannt, was ihr alles raushaut.

00:20:08: Genau, wir haben ja für alle, die jetzt sozusagen, also das Prinzip der Doppelfolgen ist ja dann oft, wir machen einen Fall, erzählen ihn aber in zwei Folgen und den ersten Teil erzählen wir ja jetzt bei euch.

00:20:18: Das heißt für alle Sisters in Crime-Hörer, die jetzt sozusagen zur Erstmatchulatte gekommen sind, das hier ist der erste Teil, den erzählen wir jetzt und quatschen währenddessen drüber und am Ende könnt ihr dann rübergehen, so ist das in Crime und dann die zweite Folge hören, um es nochmal zu erklären.

00:20:33: Deshalb freuen wir uns natürlich auch, wenn ihr uns überall folgt.

00:20:36: Bei Instagram zum Beispiel unter eist, unterstrich, macho, unterstrich, Latte.

00:20:40: Uns ist es in crime.podcast.

00:20:43: Und Fotos zum Fall und Videos findet ihr auch bei uns im WhatsApp-Kanal.

00:20:48: Wir haben eine spannende Geschichte mitgebracht.

00:20:51: Und dazu erstmal die erste Frage, wart ihr schon mal in Litauen?

00:20:54: Ja, wie hat es euch gefallen?

00:20:55: Oder dir?

00:20:56: Es gibt sehr, sehr viele Kirchen und meine Übersetzerin, mit der ich unterwegs war, hat mich jeden Tag in die Kirche geschleppt und ich hab gesagt, aber ich bin gar nicht getauft.

00:21:05: Dann hat sie gesagt, naja, Beten wird dir auch nicht schaden.

00:21:07: Boah!

00:21:08: Und dann

00:21:09: bin ich mit ihr in die Kirche gegangen.

00:21:11: Ja.

00:21:11: Und zwar jeden Tag.

00:21:12: Also

00:21:12: ich glaube, ich würde den Flamm aufgehen, wenn ich in den Kirche gehen würde.

00:21:15: Das verbinde ich damit.

00:21:18: Und eine andere Sache noch.

00:21:19: Ein sehr, sehr guter Nachtisch.

00:21:21: Nämlich aus Pumpernickel, irgendeine Art Mascarpone und Preiselbeeren.

00:21:25: Das war sehr gut.

00:21:26: Und Amira, warst du auch schon mal da?

00:21:28: Nein, Lita auch noch nicht.

00:21:30: Ich weiß, dass die Hauptstadt Vilnius ist.

00:21:32: Das war's.

00:21:33: Ja genau und dort spielt nämlich auch unser heutiger Fall und damit sind wir nämlich auch in Vilnius.

00:21:37: Das ist eben die Hauptstadt und die Stadt ist ja so ein bisschen bekannt für die Barock Architektur.

00:21:42: Das sieht man auch an der mittellalterlichen Altstadt und ich habe euch auch mal ein Foto mitgebracht.

00:21:47: Das könnt ihr euch mal angucken und ihr könnt euch ja abwechseln in beschreiben, wenn ihr mögt.

00:21:51: Ja, man sieht richtig, die Architektur ist ja schon wirklich geil.

00:21:56: Litauen sieht sehr schön aus.

00:21:58: Ich liebe die Barockzeit.

00:21:59: Ich finde, das ist mit einer der schönsten historischen Zeitalter überhaupt.

00:22:05: Und Litauen steckt da auch noch voller Geschichte.

00:22:07: Also, so sehen die Häuser auch aus.

00:22:10: Sieht ja fast alles aus wie eine Kirche.

00:22:12: Da gibt es gar keine normalen Häuser, glaube ich, es ist alles Kirche.

00:22:15: Also, das ist wirklich Wahnsinn.

00:22:17: Wir wissen nicht, wie sich das politisch entwickelt.

00:22:20: oder wer da jetzt noch so alles hingeht, der nicht dahin gehört, von außen, zum Beispiel von Osten her, ich will nur sagen, guckt euch das noch mal an, wenn ihr noch nicht da wart, liebe Zuhörende, weil es ist wirklich eine tolle Stadt, genau wie Tallin und alles, was da an Russland grenzt.

00:22:38: Ja, generell hat die Stadt ja verschiedene Architektur-Epochen zu bieten und auch landschaftliche Vielfalt.

00:22:43: Und deshalb ist Vilnius nämlich auch eine beliebte Filmstadt.

00:22:46: Also jedes Jahr werden da etliche Filme und Serien gedreht.

00:22:49: Katharina die Große mit Helen Mirren zum Beispiel für Sky oder auch Young Wallen davon Netflix.

00:22:55: Und auch in Stranger Things gibt es Szenen aus Vilnius.

00:23:00: Und im Jahr two-thausend drei findet dort eine französische Produktion statt.

00:23:04: Es wird ein Film gedreht, über den die FAZ später schreiben wird.

00:23:08: Der Film ist eine Romance, und wenn es nicht um eine Tote ginge, dann würde man ihn gerne taglos als Schnulze bezeichnen.

00:23:16: Nämlich Colette, in Form Libre.

00:23:18: Es geht um eine Schriftstellerin, die ein Mann heiratet, der sie belügt und betrügt.

00:23:22: Daraufhin sucht sie sich eine Affäre und löst einen Skandal aus.

00:23:26: Ja, und unsere Geschichte, die beginnt in einem Hotelzimmer in Vilnius.

00:23:30: Dort stehen sich eine Frau und ein Mann gegenüber und streiten.

00:23:34: Er ist offensichtlich extrem wütend über eine SMS, die sie bekommen hat.

00:23:38: Die Nachricht ist von ihrem Ex-Freund und das passt dem Typ überhaupt nicht.

00:23:43: Er stellt ihr Fragen, sie antwortet nicht, zumindest nicht so, wie er sich das erhofft.

00:23:48: Die beiden diskutieren werden immer lauter, der Streit eskaliert.

00:23:52: Und dann holt der Mann aus und schlägt ihr ins Gesicht.

00:23:56: Einmal, zweimal, dreimal, bis sie zu Boden geht.

00:24:00: Ja, die Frau liegt regungslos auf dem Fußboden.

00:24:03: Eine Weile steht er noch vor seiner Partnerin und betrachtet sie.

00:24:07: Und dann hebt er sie hoch, trägt sie ins Bett, legt sie hin und deckt sie zu.

00:24:13: Okay, das geht gar nicht.

00:24:14: Also Gewalt in einer Beziehung ist natürlich ein absolutes No-Go.

00:24:18: Ich finde, wenn man sich mal streitet und auch mal laut wird und vielleicht auch mal sehr laut wird, das passiert ja überall mal.

00:24:23: Aber Schläge gehen halt einfach gar nicht.

00:24:26: Eine schlimme Grenze überschreitung.

00:24:27: Oder was denkt ihr, Amira, Paula?

00:24:29: Ja, absolut.

00:24:30: Also, gibt's gar keine zwei Meinungen zu, aber wie gruselig ist das.

00:24:34: dann bitte, sie dann hochzuheben, ins Bett zu liegen, zuzudecken?

00:24:36: Also, das ist doch krank.

00:24:39: Das erinnert mich an diesen Typen.

00:24:40: Wisst ihr das noch, der das Kind seiner Freundin umgebracht hat und es dann in so einer Tasche in einer Schrebergartenkolonie versteckt hat?

00:24:47: Der das Kind auch noch zugedeckt hat.

00:24:49: Da waren ganz traurige Artikel auf Spiegel online, glaub ich.

00:24:54: Eigentlich sollte man schon beim ersten Mal, wo so was passiert, sagen.

00:24:59: Das war's, weil diese Grenze überschritten wird.

00:25:02: Also, erfahrungsgemäß wird es ja nicht besser in Beziehung, wo einmal ein Schlag fiel.

00:25:08: Ich kann mir auch vorstellen, dass es nicht unbedingt besser wird, wahrscheinlich nicht gut ausgeht.

00:25:12: Vielleicht kannst du noch ein bisschen was dazu sagen, wer die beiden sind.

00:25:15: Genau, also die Frau ist die Schauspielerin Marie Trantignon und hier seht ihr mal ein Foto von ihr.

00:25:20: Ich weiß nicht, kennt ihr sie?

00:25:22: Nee, ich nicht.

00:25:22: Ich kannte sie da vorne nicht.

00:25:24: Schöne Frau, ganz, ganz besonders.

00:25:26: Ihr Vater ist ein sehr, sehr berühmter Schauspieler.

00:25:28: Da haben wir so eine Generation Gap, weil ich bin der zwanzierige Älter, heißt du, Amira.

00:25:34: Jean-Louis Trontignon ist ein ... In meiner Generation kennt man den noch, weil die Filme mit ihm immer im Fernsehen liefen.

00:25:41: Einer der großen Big Five aus Frankreich eigentlich.

00:25:45: Ja, ich kannte sie vorher auch nicht und hättest du nicht gesagt, dass sie Französin ist, hätte ich gesagt, sie kommt aus Frankreich.

00:25:51: Also sie hat auf jeden Fall diesen französischen Look.

00:25:53: Ich glaube, sie trägt auch so ein Barrett oder wie nennt man das?

00:25:55: So ein...

00:25:55: Pascalitzel.

00:25:56: Ja, genau.

00:25:57: Und hat so eine französische Frisur, also passt ganz gut.

00:26:01: Ja, total.

00:26:02: Und du hast es ja, Paula, gesagt, Jean-Louis Trantignon ist eben Schauspieler von Weltrang gewesen, wurde bekannt durch Filme wie und ewig lockt das Vibe an der Seite von Brigitte Bardot oder auch später ein Mann und eine Frau.

00:26:15: Und ihre Mutter Nadine, die ist Regisseurin und Drehbuchautorin, also Marie wächst in einer Weltauf in der Geschichten, Filme, Kameras und scheinwerferlich zum Alltag gehören.

00:26:26: Allerdings erlebt sie als Kind auch schon ein Drama.

00:26:29: Ihre kleine Schwester Pauline, die stirbt mit nur neun Monaten an plötzlichen Kindstod.

00:26:34: Und dieses Trauma überschattet auch so ein bisschen die Kindheit und es prägt Marie.

00:26:38: Ihre Mutter sagt später, dass Marie seit diesem Moment eine besonders sensible und auch verletzliche Seite entwickelte.

00:26:44: Und das spiegelt sich dann auch so ein bisschen in ihren Rollen wieder.

00:26:47: Also mit vier Jahren steht sie zum ersten Mal vor der Kamera.

00:26:51: in dem Film Mon amour, Mon amour.

00:26:53: Regie führt ihre Mutter und das ist nur eine ganz kurze Szene in der Marie-Auftritt, aber sie markiert zu den Beginn einer Karriere, die dann über dreißig Jahre dauern wird.

00:27:01: Ja und sie macht kein Held daraus, dass sie sich so ein bisschen schwer tut mit dem Rampenlicht, dass sie schichtern ist.

00:27:07: Aber genau diese Zurückhaltung, diese Stelle Präsenz wird dann später zu ihrem Markenzeichen.

00:27:13: In den Achtzigern und Neunzigern spielt sie in mehr als dreißig Filmen mit und die Rollen, die sie spielt, die sind dann eben oft verletzlich, geheimnisvoll, oft innerlich zerrissen.

00:27:22: Also in Betty zum Beispiel verkörpert sie eine Alkoholikerin, die zwischen Abgrund und Sehnsucht taumelt.

00:27:28: Und ja, für viele Kritiker ist das eine Paraderolle, weil sie da so viel von sich selbst preiszugeben scheint.

00:27:35: Sie sagen, dass diese leichte Melancholie, diese Traurigkeit nicht gespielt wirkt, sondern echt.

00:27:41: Und Marie wird auch mehrfach für den César den wichtigsten französischen Filmpreis nominiert, fünfmal insgesamt.

00:27:47: Aber sie gewinnt ihn nie, das schmerzt, festigt aber auch gleichzeitig ihren Ruf als Charakterdarstellerin.

00:27:53: Also Marie ist kein großer Star für einen Massenpublikum, sondern eben mehr so eine Schauspielerin für alle, die Tiefe und Charakter suchen.

00:28:01: Und hier seht ihr auch mal so ein paar Ausschnitte, um einen Eindruck zu bekommen.

00:28:04: Also ich habe euch ein Video geschickt.

00:28:06: Ihr könnt ja mal gucken, wie ihr sie so wahrnehmt auf Leinwand.

00:28:10: Ich glaube, sie ist ganz gut beschrieben damit.

00:28:12: Ein bisschen so introvertiert, ein bisschen für dieses Mietchen von nebenan.

00:28:17: Ja, dieser französische Look, der ist auch wieder da, finde ich.

00:28:19: Also sie zieht es so durch.

00:28:22: So ein ganz zarte Person.

00:28:24: Ja, privat führt sie auch ein ziemlich bewegtes Leben.

00:28:27: Also sie ist nie lange verheiratet, hat vier Söhne von vier verschiedenen Männern.

00:28:31: Ihr erster Sohn Roman, der wird neunzehntundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundund.

00:28:39: Später erfolgt dann Paul, dann Jules, der Sohn des Regisseurs Samuel, Bonstry und schließlich Leon, ihr jüngster Sohn.

00:28:48: Für alle Kinder versucht sie, eine liebevolle Mutter zu sein und ihre Mutter Nadine, die sagt einmal, sie war voller Zeitlichkeit, voller Liebe für ihre Kinder, sie lebte für sie.

00:28:57: Das ist aber auch ein ganz schönes Pensum, oder?

00:28:59: Hat sie das gemeistert trotz ihrer intensiven Karriere?

00:29:03: Ja, sie hat das gemeistert und das ist auch bemerkenswert.

00:29:06: Insbesondere für die damalige Zeit.

00:29:08: Also sie arbeitet viel, aber sie nimmt die Kinder mit an Set.

00:29:11: Sie schafft einfach die Strukturen, damit ihre Kinder nicht zu kurz kommen.

00:29:15: Und ihr Leben ist einfach eine Balance zwischen diesen beiden Rollen.

00:29:18: Also auf der einen Seite die gefeiertes Schauspielerin und eben auch die alleinerziehende Mutter.

00:29:22: In im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr hat sie schon über fünfzig Filmen und Fernsehproduktionen Und dann dreht sie eben für das Fernsehen diesen Film Colette en Form Libre, ein Projekt ihrer Mutter.

00:29:34: Da spielt sie dann die berühmte französische Schriftstellerin Colette, eine Frau, die für ihre Unabhängigkeit kämpfte.

00:29:40: Und für Marie ist das auch irgendwie eine Rolle, die gut zu ihr passt, weil sie eigentlich ihr ganzes Leben lang so ein bisschen darum kämpft, frei und selbstbestimmt zu sein.

00:29:48: Ja, einer vorher, da tritt allerdings ein neuer Mann in ihr Leben, der alles verändern wird, nämlich Bertrand Cantar, der Frontmann der Rockband Noir desia.

00:29:58: Und ihr seht ja mal die Band und den Sänger, euer Typ.

00:30:02: Nee, nee.

00:30:05: Hab ich auch noch nie was von der Band gehört vorher, muss ich ehrlich sagen.

00:30:09: Euer Typ?

00:30:09: Wer ist das einer für euch?

00:30:11: Meiner auch nicht.

00:30:12: Oh,

00:30:12: ich weiß gar nicht.

00:30:13: Ich find den schon ganz hübsch, muss ich sagen, mit seinen wilden Haaren, die er so verwuschelt hat.

00:30:18: Er guckt ja so ganz verwegen.

00:30:19: Also, ich find den jetzt nicht unattraktiv, muss ich sagen.

00:30:22: Gott, ich steh wieder auf die Bad Boys Klassiker.

00:30:24: Das

00:30:24: sieht nicht aus wie ein Bad Boy.

00:30:26: Sonst hätte ich schon ja gesagt, weil Bad Boys ist jetzt auch nicht so.

00:30:29: Da bin ich auch nicht so abgeneigt.

00:30:31: Ich sag euch, das sind die schlimmsten, die so aussehen.

00:30:33: Das sind die schlimmsten Bad Boys.

00:30:34: Aber er hat so einen Blick drauf.

00:30:35: Ich glaub, er selbst findet sich ganz gut.

00:30:37: Also Bertrand Cantat ist jedenfalls Frontsänger der Band, die er selbst mit Freunden gegründet hat.

00:30:43: Er selbst kommt aus dem Südwesten Frankreich, später zieht seine Familie nach Bordeaux.

00:30:47: Und schon als Jugendlicher, da spürt er, dass er so ein bisschen anders ist als die anderen Jungs.

00:30:52: Er ist empfindsam, aber auch rebellisch und spürt auch so eine riesige Wut gegen jede Form von Autorität.

00:30:58: Und seine ganzen starken Gefühle sind es auch, die er dann später in seinen Songs verarbeitet.

00:31:03: Die Songs, die ihr schreibt, sind poetisch und politisch und Bertrand singt sie dann mit so einer kratzigen, emotional aufgeladenen Stimme.

00:31:11: Und entstanden ist die Band als Schülerband.

00:31:13: In den Achtzigern wird die Gruppe dann aber bekannt und entwickelt sich zu einer der wichtigsten französischen Rockgruppen.

00:31:19: Die anderen Bandmitglieder sind alte Freunde von Bertrand und gemeinsam machen sie dann so eine Mischung aus Punk, Rock und Lyric, die bei ihren Zuhörerinnen und Zuhörern gut ankommt.

00:31:29: Und schon sehr früh wird Bertrand in den Medien als Französischer Jim Morrison bezeichnet.

00:31:34: Also charismatisch, unberechenbar, aber auch gefährlich.

00:31:38: Gefährlich sieht der nicht aus.

00:31:39: Ja, das kommt noch.

00:31:41: Nachdem die Band Siebenundachtzig ihr erstes Album veröffentlicht hat, das ja sofort gut ankommt, wird sie dann landesweit bekannt.

00:31:46: In den Neunzigern kennt sie eigentlich fast jeder in Frankreich.

00:31:50: Und die jungen Männer, die treten in Clubs auf, geben Konzerte und werden zur politischsten Rockband Frankreichs.

00:31:55: Und wir können ja auch mal einmal kurz reinhören.

00:32:14: Ja, das klingt aber ganz schön.

00:32:23: Das ist doch kein Rock.

00:32:24: Das ist Kuschelrock.

00:32:26: Kuschelrock, ja, genossen

00:32:27: könnte auf einer Kuschelrock-CD.

00:32:30: Naja, es ist ja häufig so, dass diese Leute, die so ausgerasten, tief in sich, einfach eine wahnsinnige Sehnsucht nach so einem ... inneren Frieden und Heilung und so weiter haben, aber nicht die Bestilmittel, um das vernünftig durchzuziehen, oder nicht die Mum.

00:32:48: Ja, die Band bezieht Stellung gegen Rassismus, Kapitalismus und Krieg.

00:32:52: Bertrand schreibt Texte, die gesellschaftliche Missstände anprangern und er singt sie dann so mit einer Intensität, die ihnen selbst fast zu zerreißen scheint.

00:33:00: Die Konzerte von Noir desir sind keine Konzerte, sondern fast so Extasen und die Fans der Band, die sehen ... Bertrand so als ein Propheten, der die Dinge ausspricht, die andere verschweigen.

00:33:11: Ja, und diese charmante Seite, die gefällt den Frauen.

00:33:14: Auch das Bertrand seine Gefühle zeigt, das mögen viele.

00:33:17: Auch die ungarische Theaterregisseurin Christina Radie.

00:33:21: Und das hier ist sie.

00:33:23: Ihr könnt ja mal beschreiben, wie sie aussieht.

00:33:25: Ja,

00:33:26: hätte ich jetzt nicht zugeordnet, sagen muss man so.

00:33:29: Ich kann sie ja noch mal kurz beschreiben.

00:33:31: Sie hat so dunkelblonde Haare und schaut so ein bisschen skeptisch zur Seite.

00:33:36: Also ich könnte mir vorstellen, dass sie auch eher so ein nachdenklicher, tiefgründiger Typ ist, zumindest jetzt von diesem Foto her.

00:33:43: Ja, die beiden lernen sich kennen und heiraten auch bald darauf, bekommen zwei Kinder.

00:33:46: Die Ehe ist leidenschaftlich, aber auch schwierig.

00:33:49: Im Jahr Zwei-Taus und Zweider trennen sich die beiden, denn dann lernt Bertrand Marie Trentinier kennen.

00:33:55: Und für beide ist es lieber auf den ersten Blick und Marie trennt sich von ihrem Partner Samuel und Bertrand verlässt Christina.

00:34:02: Und das obwohl die gerade ihr zweites Kind von ihm bekommt, doch Bertrand ist einfach so hin und weg von Marie.

00:34:08: dass er Christina und die Kinder einfach zurücklässt.

00:34:11: Also schon nicht so cool, oder?

00:34:12: Also im Nachhinein gut für sie.

00:34:15: Glück gehabt.

00:34:16: Ja, das könnte man jetzt denken.

00:34:17: Wobei da später gibt es noch so ein Twist in der Geschichte.

00:34:20: Da schauen wir mal, ob das so gut für sie war.

00:34:22: Achtung Spoiler!

00:34:24: Also als Bertrand und Marie ein Paar werden, da prallen wirklich zwei Welten aufeinander.

00:34:28: Sie ist die gefeierte Schauspielerin.

00:34:30: Mutter von vier Söhnen, sensibel verletzlich und eher eben der Rockstar, charismatisch, laut und politisch.

00:34:35: Und anfangs ist die Beziehung von Bertrand und Marie noch eine Affäre.

00:34:40: Eine sehr leidenschaftliche, aus der dann sehr schnell mehr wird.

00:34:43: Und aus ein paar heißen Nächten wird dann wirklich eine Obsession, zwei Menschen, die beide sehr sensibel sind.

00:34:48: Beide stehen in der Öffentlichkeit.

00:34:51: Und beide haben einen Hang zum Extremen.

00:34:53: Und da könnt ihr gleich mal sagen, was ihr denkt, wie viel Sprengkraft.

00:34:56: hat diese Kombination.

00:34:58: Ja, wenn du schon so fragst, wahrscheinlich viel.

00:35:00: Ja, die Wirken, also ich glaube, das ist so ein Pärchen, die sich nicht gut tun, die wahrscheinlich unfassbar viel Leidenschaft, ja, also ganz viel Leidenschaft damit reinbringen.

00:35:10: Und deswegen kann das sowohl in die eine Richtung sehr intensiver, aber auch in

00:35:14: die andere.

00:35:15: Kennt ihr diese Paare?

00:35:16: die sich so krass lieben und wo du denkst, boah krass, die ich spür' und so verliebe.

00:35:21: Aber wenn die streiten, denke ich, oh mein Gott, die bringen sich gleich um, also da ist in allem voll viel Energie drin.

00:35:27: Also ich finde, sowas hat ja wenig mit Liebe zu tun, sondern eher mit, also die Triggern.

00:35:33: so sehr ihre innere Nöte.

00:35:35: Und das wird dann häufig als Liebe fehlinterpretiert.

00:35:38: Aber sobald etwas so on-off ist, ist es ein ganz, ganz sicher, oder muss ja nicht mal on-off sein, sondern so heiß kalt, Streitversöhnung.

00:35:47: Streitversöhnung ist das ein ganz sicheres Zeichen dafür, dass das Ding nicht funktioniert.

00:35:52: Also es muss man wirklich klar sagen, es gibt keine Beziehung dieser Gestalt, die gesund ist.

00:35:57: Ja, das stimmt.

00:35:58: Ich bin leider auch so ein Typ dafür.

00:36:00: Ich hab früher gedacht, ich muss dieses Bam haben, wenn ich jemanden kennenlerne.

00:36:04: Das muss richtig krachen.

00:36:06: Jetzt seh ich immer mehr.

00:36:07: Das liest man auch von Psychologen, die immer sagen, die besten Beziehungen sind die, die langweilig starten.

00:36:12: Weil das hat dann Beständigkeit und was Gesundes und nicht dieses Knallen und große Liebe und große Gefühle und Bauchschmerzen und so kenn ich.

00:36:22: Aber das ist bei denen auch so.

00:36:23: Also im Sommer, im Jahr two-three, begleitet Bert Hau-Marie in die Hauptstadt von Detown, also nach Vilnius.

00:36:29: Dort dreht sie eben diesen Fernsehfilm Colette & Form Libre.

00:36:32: Ein Projekt, das ihr sehr am Herzen liegt.

00:36:34: Ihre Mama Nadine, die führt Regie und auch Teile der ganzen Familie sind am Set.

00:36:38: Und eigentlich sind die beiden ständig zusammen oder zumindest ständig im Kontakt.

00:36:43: Und Bert Hau hat darüber in einem Interview in einer Netflix-Doku folgendes gesagt.

00:36:49: Also er sagt, wenn ich im Hotel geblieben bin, statt Marie zum Filmset zu begleiten, dann haben wir ständig Nachrichten geschrieben, SMS den ganzen Tag lang und auch Marys Freundin Lio fällt auf, wie fixiert die beiden aufeinander sind.

00:37:07: Übersetzmal, also.

00:37:08: sie sagt, als ich dazu kam, da wurde schon seit einem Monat gefilmt.

00:37:12: Ich weiß noch, wie Marie das Handy in ihren Stiefel steckte, auf Vibration, um ja keinen Anruf von Bertrand zu verpassen.

00:37:19: Da vermasselte sie ihre Szene mit Absicht, damit Schnitt gerufen wurde, damit sie ihn zurückrufen konnte.

00:37:25: So ging das den ganzen Tag lang, das war verrückt.

00:37:28: Er war eifersüchtig, besitzt ergreifend und das war auch in Paris schon so.

00:37:32: Er nahm ihre komplette Zeit und Aufmerksamkeit in Anspruch.

00:37:36: Selbst wenn sie sich die Zeit nehmen wollte und wir schon verabredet waren, dann sagt sie sich später sowieso

00:37:41: ab.

00:37:42: Das ist kein normales Verhalten in einer Beziehung, oder?

00:37:45: Also wie viel Nähe gehört für euch dazu?

00:37:47: Das hat nichts mehr mit.

00:37:48: Das ist Kontrolle, das ist Macht, das sind Machtverhältnisse.

00:37:52: Das kenne ich leider wirklich auch sehr gut so.

00:37:54: Das habe ich auch schon in einer vielleicht kleinen, abgeschwächten Form erlebt.

00:37:59: Ah, das ist

00:37:59: krank, das ist krankhaft.

00:38:01: Das sind wir uns ja wohl alle einig und das ist, glaube ich, auch eine Vorstufe und das erste Signal, dass dieser Mann tendenziell auch handgreiflich werden könnte.

00:38:10: Ja, ich habe mal unseren Psychologen Christian Lütke gefragt, ab wann ein solches Beziehungsverhalten besorgniserregend wird.

00:38:17: Das beginnt oft ganz leise und unspektakulär.

00:38:19: Am Anfang wirkt es die Interesse oder Liebe, also ständige Nachrichten, Nachfragen, Ordnungselbs, gemeinsam jede Minute verbringen.

00:38:28: Aber wenn die Autonomie und Privatsphäre systematisch eingeschränkt werden, also wenn jemand wissen will, wo du bist, mit wem du schreibst oder dich von anderen Menschen isoliert, dann wird es gefährlich.

00:38:40: Ein klares Wahnsignal ist, wenn Eifersucht als Beweis für Liebe verkauft wird.

00:38:44: Oder wenn der Partner beginnt, dein Leben zu kontrollieren.

00:38:47: Kleidung, Freundeskreis, Zeit, am Ende alles.

00:38:50: Liebe bedeutet immer Nähe und Vertrauen, aber nicht Kontrolle.

00:38:53: Genau so ist das und genau so entwickelt sich jetzt aber die Beziehung zwischen Bertrand und Marie.

00:38:58: Und das beschreibt auch einer ihrer Ex-Partner, Richard Colinka, in dieser Netflix-Doku.

00:39:05: Er sagt, Marie und ich hassen irgendwann mal zum Mittag, was wir öfter mal zusammen gemacht haben.

00:39:10: Wir hatten uns wirklich einen gemeinsamen Sohn.

00:39:12: Und während dieses Mittagessen, rief Bert Ronsier an.

00:39:15: Worauf Marie zu mir meinte, das ist echt verrückt, er ist so eifersüchtig, er will immer wissen, wo ich bin und was ich gerade mache.

00:39:22: Und die Frage ist ja, wie hätte sie in diesem Fall damit umgehen sollen?

00:39:25: Also, Paula dort ja vorhin gesagt eigentlich sofort raus aus so einer Beziehung, ne?

00:39:29: Ja.

00:39:30: Das Problem, was dazu führt, dass du als Mensch kontrollierend wirst, ist ganz tief verwurzelt.

00:39:35: Da hilft es nicht zu sagen, du pass auf, mir gefällt es nicht.

00:39:40: In milden Fällen funktioniert das so.

00:39:42: Aber normalerweise muss dieser Mensch jahrelang an sich arbeiten, damit er das in den Griff kriegt.

00:39:49: Das ist ein Thema des mangelnden Selbstwertgefühls, falscher Beziehungsmuster, alles.

00:39:55: Es ist so komplex.

00:39:57: Und du kannst in Beziehungen mit solchen Leuten einfach nicht gewinnen.

00:40:02: Das muss man sich wieder und wieder sagen.

00:40:04: Es gibt jetzt kein Szenario, in dem sie sich in einer bestimmten Weise hätte verhalten können, was ihnen zufriedengestellt hätte.

00:40:12: Gibt's nicht.

00:40:13: Die Frage ist ja auch, warum genau wie du ja auch gefragt hast.

00:40:17: was man sich denn da denkt oder warum lässt man so was überhaupt mit sich machen, ne?

00:40:22: Und ich war in so einer Situation, ich war auch in so einer Beziehung, also der hat wirklich die Motorhaube nach dem Sport kontrolliert zu Hause, ob die warm ist, um zu gucken, ob ich weg war.

00:40:30: Und also wirklich auch meine Telefonliste durch angerufen, dachte ich, speichere Männer unter Frauennamen ein, warum schreibt ihr deine Freundin Busse, ich hab dich lieb, sag ich, naja, weil sie mich lieb hat.

00:40:41: Nee, das muss ein Typ sein und so.

00:40:42: Also wirklich kranke Sachen hab ich da erlebt.

00:40:46: Deswegen weiß ich auch, dass das eine Vorstufe ist von gewissen Verhaltensmustern.

00:40:50: Aber was man sich denkt in diesem Moment, und ich kann das aus erster Hand eben sagen, er liebt mich anscheinend so.

00:40:56: Klar, es engt ein und auch, du darfst keine Hot-Fans anziehen, du ziehst das nicht an, das ist zu sexy, du gehst so nicht raus.

00:41:02: Das ist wirklich, du denkst ja halt, okay, das ist so sein Bild und er liebt mich so, er will nicht, dass andere mich so sehen.

00:41:10: So redest ihr das ja auch irgendwo schön, weil du das so auch irgendwie noch nicht kennst.

00:41:15: Also deswegen, ich kann das schon verstehen, warum man das in der Zeit lang auch mitmacht.

00:41:21: Ich kann mir vorstellen, dass es ja auch ein schleichender Prozess ist.

00:41:23: Das ist ja nicht am Anfang gleich bei hundert Prozent ist und die absolute Kontrolle, sondern dass es so pöer pöer schlimmer wird und dass man dann irgendwann erkennt, okay, das ist jetzt zu viel und hier ziehe ich jetzt die Grenze, das muss man dann erst mal schaffen, weil man da wahrscheinlich schon sehr gefangen ist in dieser Beziehung.

00:41:39: Ich war einmal zum Beispiel, hatte ich Urlaub, er musste arbeiten, ich bin mittags eingeschlafen auf der Couch.

00:41:43: Und bin dann so mit einer Stunde mal nicht erreichbar gewesen, da stand der Zuhause.

00:41:47: Er ist von Arbeit weggefahren und zu gucken, was ich mache.

00:41:50: Also das muss man sich mal geben, so sagen.

00:41:53: Ich kann mir das so gut vorstellen.

00:41:55: So gut vorstellen, was sie da so durchgemacht hat und mitgemacht hat.

00:41:59: Das ist schon wirklich krass.

00:42:01: Und wann war dann bei dir der Punkt, dass du gedacht hast, jetzt reicht's?

00:42:04: Ich hatte eine Chance auf ein Fotoshooting Cover.

00:42:07: Und das war damals für mich ein großes Ding.

00:42:08: Ich war, ich war zwanzig und ich wollte immer Model werden.

00:42:12: Und er hat mir das ja immer verboten.

00:42:13: Ich habe wegen ihm auch zwei Jahre gar nichts gemacht, keine Shootings, gar nichts, weil er immer dachte, ich brenne dann mit dem Fotografen durch.

00:42:19: Und da dachte ich mir, okay, das ist aber jetzt für mich wirklich mal eine Chance.

00:42:22: Und ich bin da echt hingefahren.

00:42:24: Er meinte, wenn du da zurück kommst, in meine Sachen gepackt, und ich bin weg, und ich dachte, Mira, du ziehst das jetzt durch.

00:42:28: Das ist deine Chance.

00:42:30: Und dann kam auch noch raus, dass ich mit einer männlichen Person mitgefahren bin im Auto, mit einer Freundin.

00:42:36: Wir wurden abgeholt, weil der Zug irgendwie Verspätung hatte, keine Ahnung.

00:42:39: Und er war sowieso vorbei, weil ich bin ja, ich bin da mit einem Mann mitgefahren.

00:42:43: Mit dem hab ich doch sicherlich was gehabt auch im Auto.

00:42:47: Also im Prinzip hat er mir das abgenommen, er hat mich dann verlassen, weil ich es durchgezogen hab.

00:42:50: Also das war, ich glaube, ich hätte selber vielleicht nie so wirklich die Kraft gehabt.

00:42:54: Keine Ahnung, das ist echt schlimm.

00:42:55: Und da sind natürlich auch noch viel, viel schlimmer Sachen passiert.

00:42:58: Aber ja,

00:42:59: deswegen versteht das schon ein bisschen.

00:43:01: Ja, absolut.

00:43:02: Also eine Möglichkeit ist halt wirklich eine klare Abgrenzung.

00:43:05: Und das sagt auch unser Psychologe Christian Lück.

00:43:08: Ja, es hilft, wenn man direkt zu Beginn klare Grenzen setzt.

00:43:11: Das kann sehr hilfreich sein.

00:43:13: Wenn du gleich zu Beginn sagst, so möchte ich behandelt werden, das ist mir ganz wichtig, dann zeigt sich sehr schnell, wie der andere damit umgeht.

00:43:20: Reagiert der andere respektvoll?

00:43:23: Dann ist alles in Ordnung.

00:43:24: Reagiert damit Druck oder Schuldumkehr, ist das ein ganz klares Alarmsignal.

00:43:29: Wichtig ist, dass Grenzen nicht nur ausgesprochen, sondern auch gehalten werden, sonst werden sie ausgetestet.

00:43:35: Grenzen sind wie Sicherheitsgeländer, sie schützen nicht.

00:43:38: Also nicht nur Nein sagen, sondern auch Nein leben.

00:43:41: Das lässt sich so leicht dahin sagen, das Problem ist ja, das Ding ist vielschichtig.

00:43:46: Marie ist ja auch eine Frau, kann ich mir vorstellen, die dadurch, dass sie ja schon viele Beziehungen ... Versuche hinter sich hat.

00:43:55: Also du kriegst nicht umsonst von vielen Partnern viele Kinder.

00:43:58: Du hast Sehnsüchte.

00:43:59: Du möchtest, dass dein Leben in einer bestimmten Weise verläuft.

00:44:04: Du glaubst, beim nächsten wird es aber ganz, ganz bestimmt richtig klappen und so weiter.

00:44:09: Klar, hätte sie gesagt, pass auf so nicht, hätte er vielleicht eine Weile so getan, als würde er sich dem anpassen.

00:44:17: Das Grundproblem bei diesen Menschen lässt sich wirklich schwerlich lösen.

00:44:22: Also du schuld gar nicht von außen.

00:44:24: Nee, wahrscheinlich wenn dann nun durch eine richtige Therapie, also wenn diese Menschen das eben auch erkennen, dass sie selber ein Problem haben.

00:44:31: Nee, tun sie nicht, genau.

00:44:32: Bei

00:44:32: den beiden scheint es eben auch nicht funktioniert zu haben, denn wie wir ja am Anfang schon gehört haben, kommt es in dem Hotelzimmer zu einem heftigen Streit.

00:44:39: Marie bekommt eine SMS von ihrem Ex Samuel.

00:44:42: Eigentlich geht es um etwas Berufliches, nämlich die Werbung für ihren gemeinsamen Film.

00:44:47: Doch Bertrand findet die Nachricht zu intim, zu persönlich und generell ist ihm dieser Kontakt auch ein Dorn im Auge.

00:44:53: Er möchte eigentlich, dass Marie den Kontakt zu Samuel komplett abbricht, auch weil er hingegen mit seiner Ex Christina auch kaum spricht.

00:45:01: Jetzt ist es ja auch immer so eine Sache mit den Ex-Partnern, also ist freundschaftlicher Kontakt okay oder eher nicht so.

00:45:07: Also ich muss schon auch sagen, ich hatte zumindest in früheren Beziehungen auch immer so ein bisschen so eine Eifersucht auf die Ex-Freunden.

00:45:13: Man muss das schon auch schlucken können.

00:45:15: Vielleicht ist es auch ein Selbstbewusstseinsproblem.

00:45:17: Ich weiß nicht, wie sieht ihr es?

00:45:18: Hundertprozentig.

00:45:19: Du bist ja nicht ohne Grund Ex-Partner mit jemandem.

00:45:23: Wärst du gerne mit der Person zusammen, wärst du es noch.

00:45:26: So.

00:45:27: Und wer eifersüchtig ist auf Ex-Partner, der hat ganz klar einen Selbstwertgefühlproblem oder Selbstbewusstseinsproblem.

00:45:35: Weil warum sollte... Also, ich finde es eher ein gutes Zeichen, wenn jemand noch gut mit seinen Ex-Partnern steht.

00:45:42: Das zeigt, dass dir die Person eben wichtig war und dass du das auch wertschätzt, was man gelernt hat, ja, in dieser Beziehung.

00:45:49: Also, alles andere ist moks, meiner Meinung

00:45:52: nach.

00:45:53: Ich finde es auch, eigentlich eine Green Flag zu sehen.

00:45:57: Also, was anderes ist, wenn die da irgendwie jeden Tag telefonieren und die dann terschreiben und keine Ahnung was, das finde ich jetzt auch irgendwie komisch.

00:46:04: Ich kenne beide sich, ich kenne einen Partner, der seine Ex-Roffer flucht und ich, die dann irgendwie versucht habe, zu besänftigen und wieder zueinanderzuführen, damit es ein gutes Verhältnis gibt.

00:46:16: Ich kenne aber auch eine reifere Variante, wo es heißt, hey, mit der Frau habe ich sehr lange Zeit meines Lebens verbracht und wir sind im Guten auseinander gegangen.

00:46:27: Ich werde immer für sie da sein, wenn sie was braucht.

00:46:29: Man geht irgendwann trifft sich vielleicht mal auf den Kaffee.

00:46:31: Zwar mal im Jahr, ich gratuliere zum Geburtstag, sie gratuliert mir zum Geburtstag und die ist verheiratet, hat ein Kind, dann sage ich, ja, ist doch super, ist doch schön, wenn du ein gutes Verhältnis zu all deinen Ex-Partnern hast, sagt ja auch vieles über dich aus.

00:46:43: Das heißt ja, da ist nie irgendwie was Böses passiert, sondern man hat sich wirklich damals im Guten und Reif getrennt, sich hingeseilt, okay, wir sind einfach nicht füreinander, wir müssen jetzt einen Haken hintermachen.

00:46:52: Und das ist meiner Meinung nach eine große, große Green Flag.

00:46:56: Karo, was sagst du?

00:46:57: Hast du ein gutes Verhältnis zu deinen Extypen?

00:46:59: Ja, ich sehe das so wie Amira.

00:47:01: Für mich ist das eigentlich auch ein ganz gutes Zeichen, wenn jemand aufgeräumt ist und fair auch im Nachhinein, auch wenn die Beziehung beendet wurde.

00:47:08: Ich habe eigentlich auch ein ganz gutes, als.

00:47:09: ich will nicht sagen, dass ich jetzt so fair bin und

00:47:12: so reif.

00:47:14: Aber ich habe auch ein ganz gutes Verhältnis zu meinen Exfreunden.

00:47:17: Aber muss ganz ehrlich sagen, Für mich ist es natürlich leichter, Kontakt zu meinen Ex-Freunden zu haben, als zu sehen, wenn sich mein Mann mit seinen Ex-Freundenen trifft, was er jetzt nicht macht.

00:47:26: Aber würde er das tun, wäre es für mich vielleicht nicht ganz so leicht, aber tatsächlich, glaube ich, ist es eher ein ganz gutes Zeichen.

00:47:34: Ich hab die sogar zusammen in den Urlaub geschickt damals.

00:47:37: Ich hab gesagt, ja fliegt hier, keine Ahnung, ich komm nicht mit und so.

00:47:40: Und dann meine Freunde.

00:47:41: Wirklich?

00:47:41: Ja.

00:47:42: Das ist

00:47:42: aber schon sehr tolerant.

00:47:43: Sehr reif.

00:47:44: Ja,

00:47:44: gut, ich wusste wirklich, dass die sich mit der Kneifzange nicht mehr anfassen würden.

00:47:49: Wer weiß, vielleicht macht das ja eine um... Egal, ich sag nur wieder böse Sachen.

00:47:55: Und alles.

00:47:55: Und wie heute.

00:47:56: Du schickst die da jetzt alleine in den

00:47:58: Urlaub?

00:47:59: Passt der schläft bei dir im

00:48:00: Haus?

00:48:01: Und ist, pfff, ja mein Gott.

00:48:05: Da war ich mir wirklich gar keine Kidschak.

00:48:08: Na ja, gut.

00:48:08: So, weiter im Text.

00:48:11: Sprich doch auch für ein gutes Selbstbewusstsein.

00:48:14: Sehr gut.

00:48:15: Bertroh jedenfalls nervt das richtig, dass Marie diese Nachricht von Samuel bekommt und schon auf einer Party im Set gibt's deswegen Ärger.

00:48:24: Und der Regieassistent Andrius Le Ljuga, der beschreibt das so.

00:48:28: Ah, das war real.

00:48:37: Also mir fiel während dieser Feier auf, dass Marie gestresst war.

00:48:40: Mehr als sonst.

00:48:41: Und dann sah ich aus der Entfernung, wie Marie und Bertrand sich stritten.

00:48:44: Das konnte man an ihren Handbewegungen und Gesten erkennen.

00:48:48: Ich wollte also nicht, dass die zu zweit nach Hause gehen.

00:48:51: Um zehn sind wir zu mir gegangen.

00:48:52: Wir haben gekifft ein paar Wodka getrunken.

00:48:54: Er hat Marie Fragen gestellt, aber sie hat nicht geantwortet, was ihm hüten gemacht hat.

00:48:59: Er hat sie gepackt und gegen die Wand gedrückt.

00:49:01: Das hat mich total schockiert.

00:49:03: Als ich das gesehen habe, meinte ich nur, das reicht jetzt.

00:49:06: Da sind wir rausgegangen, in der Hoffnung, dass sie sich wieder beruhigen.

00:49:09: Ich habe also beide an die Heim genommen, als wären sie Kinder.

00:49:13: Und so sind wir dann losgelaufen.

00:49:14: Vor dem Hotel haben wir uns dann gute Nacht gewünscht und Marie meinte noch, kommst du nach Hause oder sowas.

00:49:19: wie viel Spaß.

00:49:21: Bertrand hatte sich beruhigt und als ich gegangen bin, dachte ich, alles sei wieder gut.

00:49:25: Ja,

00:49:33: die Bilder könnt ihr euch übrigens auch anhören, also das ist das ncrime.podcast.

00:49:38: Bei Insta haben wir die Bilder und auch die Videos und ihr könnt jetzt ja auch mal gucken.

00:49:42: Ich habe ja diese Bilder von der Überwachungskamera, da laufen sie zusammen und eigentlich finde ich, sieht es tatsächlich recht harmlos aus, aber der Schein trügt ein bisschen.

00:49:52: Ich finde, ich sah das aus, als würden die da rum machen.

00:49:54: Ich dachte, ja, so sah das irgendwie aus.

00:49:59: Ich finde das aber auch absolut... unattraktiv und nicht männlich, wenn dann irgendwie eine dritte Person dazukommen muss und meinen Mann dann an die Hand nehmen muss oder meinen Partner, um ihn zu beruhigen und der das alleine nicht hinkriegt.

00:50:11: Also das wäre jetzt für mich schon irgendwie so ein bisschen ein Abthörner.

00:50:14: Absolut.

00:50:14: Aber leider hatte Andreas dann am Ende nicht die richtige Vorahnung, denn gut war da wirklich gar nichts.

00:50:20: Denn Bertrand kann diese SMS einfach nicht vergessen und fängt dann wieder an, fordert von Marie eine Erklärung.

00:50:25: Er fragt immer wieder nach, sie ist genervt.

00:50:28: Sie diskutieren, streiten und die Situation erst.

00:50:31: Und damit sind wir dann wieder bei der Situation vom Anfang.

00:50:34: Er schlägt sie, schubst sie, sie landet auf dem Boden, bleibt regungslos liegen.

00:50:38: Sie blutet, hat Hemmatome im Gesicht und, das habe ich ja vorhin schon erzählt, er nimmt sie dann hoch, legt sie ins Bett, wischt ihr das Blut aus dem Gesicht und lässt sie liegen.

00:50:48: Und über Stunden macht er nichts, während sie bewusstlos im Bett liegt.

00:50:54: Ja, das ist einfach so heftig.

00:50:55: Wahrscheinlich hat er Angst vor den Konsequenzen.

00:50:57: Klar, aber ... Wenn du eine Frau so heftig schlägst, dass sie ihren Ohnmacht fällt, also es geht absolut gar nicht.

00:51:05: Aber wie geht es weiter?

00:51:06: Wacht sie dann wieder auf oder?

00:51:08: Nee, sie liegt einfach bewusstlos im Bett und erst nach sieben Stunden fällt Bertrand eine Entscheidung.

00:51:14: Er macht sich jetzt doch Sorgen, weil sie sich eben nicht regt und zunächst ruft er ihren Ex an.

00:51:20: Dann ihren Bruder, Vincent, der ebenfalls bei dem Film-Dreh dabei ist und damit vor Ort.

00:51:24: Der fährt dann sofort los und kommt ins Hotel.

00:51:26: Da diskutieren die erst mal.

00:51:28: Vincent beleidigt Bertrand, macht ihm Vorwürfe und Bertrand redet sich raus und sagt, er habe nicht kapiert, dass sie schwer verletzt ist.

00:51:36: Und schlussendlich rufen die beiden den Notarzt und die Sanitäter bringen Marie dann sofort ins Krankenhaus.

00:51:43: Den Ärzten sagen sie vermutlich nicht, was passiert ist, sondern denken sich was aus, oder?

00:51:47: Er gibt sich als fürsorglicher Boyfriend und sagt zwar, es habe Streit gegeben, er gibt zu, dass er sie geurfeigt habe, aber er behauptet, Marie sei dabei gestolpert und gegen die Heizung gefallen.

00:51:59: Dabei habe sie sich so schwer verletzt.

00:52:02: Klassiker.

00:52:03: Glauben die Ärzte das?

00:52:04: Das ist ja eine Klassiker-Antwort, Aussage, die man hört als Arzt im Krankenhaus, wenn so was da liegt.

00:52:11: Ja, absolut.

00:52:12: Aber die Sanitäter haben keine Zeit, sich mit dieser Darstellung zu beschäftigen.

00:52:17: Die sind bemüht, Marie zu retten.

00:52:19: Die hat nicht nur optisch schlimme Wunden, sondern multiple Prellungen, Blutungen und ein massives Hirnödem.

00:52:28: Sie müssen sofort operieren, damit das Gehirn entlastet wird und Marie landet im

00:52:33: Koma.

00:52:35: Das muss ein ordentlicher Sturz und Schlag gewesen sein.

00:52:38: Das ist so, wie er das schildert.

00:52:40: Mit einer Ohrfeige und keine Ahnung, was ist das ja sicherlich nicht passiert.

00:52:45: Und bleibt er jetzt bei dieser Version?

00:52:47: Er bleibt erstmal bei seiner Version, der wird nämlich von den Behörden dann tatsächlich verhört, während Marie um ihr Leben kämpft und er beschreibt die Situation in dem Hotelzimmer so.

00:53:11: Er sagte in den ersten zehn Minuten, es ist nichts Besonderes passiert, aber dann habe ich den Fehler gemacht, sie nochmal zu fragen.

00:53:17: Die Frage, die mir nicht aus dem Kopf gehen wollte, es ging immer wieder um die Ungerechtigkeit, die ich angesprochen habe, zwischen ihrer Beziehung zu Samuel und meiner zu Christina.

00:53:27: Aber von da an hat sich die Situation sehr schnell zugespitzt, sie hat die ganze Zeit geschrien, geht auch zu deiner Frau zurück immer wieder, sie hat mich gepackt, mich ins Gesicht geschlagen und mich dann geschubst.

00:53:39: Ich war rasend vor Wut, da bin ich auf sie losgegangen und habe angefangen, ihr eine Ohrfeige nach der anderen zu geben.

00:53:47: Hin und her, im Wechsel mit der Handfläche und mit dem Handrücken, dann habe ich sie am Kragen gepackt, weil ich sie auf die Couch werfen wollte.

00:53:55: Ich habe mich verschätzt, sie ist mit dem Bauch auf dem Rand der Couch gelandet und auf den Boden gefallen.

00:54:01: Und dann fragt die Frau in der Anhörung, ist dabei vielleicht ihr Kopf gegen das Sofa geknallt?

00:54:06: und er antwortet,

00:54:07: keine

00:54:08: Ahnung.

00:54:08: Ich weiß, wie sie gelandet ist.

00:54:10: Ich habe sie von mir weggestoßen und mich umgedreht.

00:54:12: Und dann sagt er, falls mir das noch mal passieren sollte, pass ich besser auf und sagt dann, ich mach Witze, weil es so schrecklich ist.

00:54:19: Und ihr könnt euch das Video auch anschauen.

00:54:22: Und ihr könnt ja mal so sagen, was ihr von Eindruck von ihm habt, wie er das so erzählt und wie er sich gibt.

00:54:28: Also was denkt ihr?

00:54:28: Ich neh ihn so sehr.

00:54:31: Er macht sich zum Opfer der Umstände.

00:54:33: Und das ist leider auch so häufig der Fall in solchen Geschichten.

00:54:37: Ich konnte ja nichts dafür, weil sie mich provoziert hat.

00:54:40: Das ist dieses Narrativ, was man gerne bei Vergewaltigungen auch hört.

00:54:44: Ich konnte ja nichts dafür, also bei diesem kurzen Rock, was soll ich denn machen?

00:54:49: Ich bin auch nur ein Mann.

00:54:50: Ich finde auch, er wirkt auf jeden Fall ein bisschen nervös und weiß aber auch so ein bisschen Charme, kommt wahrscheinlich gut bei den Frauen an, macht so den Unschuldigen.

00:55:00: Ich weiß ja nicht, wie das passiert ist.

00:55:01: Hier gibt es so ein bisschen Ehrlichkeit mit drin.

00:55:03: So, ja, ich streite nicht alles ab.

00:55:06: Ich sage ja, ich gebe ihr zu, ich hab sie mit der Vorhand und mit der Rückhand irgendwie geohrfeigt und sie ist halt einfach unglücklich gefallen.

00:55:13: Aber alleine der Satz am Ende hat mich so schockiert, dass er da sagt, also falls mir das noch mal passieren sollte, pass ich besser auf so auf Theater und Weise.

00:55:23: Da denke ich mir so, ist dir das gerade wirklich rausgerutscht?

00:55:27: Der ist sowas von guilty.

00:55:29: Und seine ganzen Verhaltensmustern sprechen einfach dafür, dass der sich nicht im Griff hatte und die wahrscheinlich so massiv zusammengeschlagen hat.

00:55:40: Muss ja so sein.

00:55:40: Das sagen ja auch schon die Verletzungen.

00:55:42: Aber ja, wir werden weiter sehen.

00:55:44: Ja, und hier in diesem Video ergestikuliert auch wahnsinnig viel, sucht auch so wie ich das jetzt sehe, den Augenkontakt mit den anderen.

00:55:51: Also es ist schon sehr darauf bedacht, wie er jetzt auf die anderen wirkt.

00:55:54: So kommt es mir auf jeden Fall vor und weniger darauf, wie es jetzt Marie gerade in diesem Moment geht.

00:55:59: Da sitzen ja quasi, als würden die quasi beim Kaffee und Kuchen jemanden etwas erzählen und es ist total komische Situation, muss man sagen.

00:56:08: Es ist wirklich wie ein Verhör, sondern es ist einfach so eine kleine Anhörung und er denkt, er hat jetzt irgendwie am Schulhof jemanden geschubst und keine Ahnung was.

00:56:16: Genauso sitzt er, der lacht ja auch und so, also ganz unangenehmer Typ.

00:56:21: Dass er überhaupt die Musse hat, in der Situation noch Witze zu machen, das ist auch ziemlich dreistig.

00:56:26: Manchmal ist es eine Übersprunghandlung, das passiert auch häufig, aber er versucht sich rauszureden.

00:56:31: Ich finde, dass er dann so sagt, sie hat mich angeschrien, sie hat mich geschubst.

00:56:35: Das ist ja trotzdem kein Grund.

00:56:37: Man kann sich provoziert fühlen, aber das ist keine Rechtfertigung dafür, gewalttätig zu werden.

00:56:42: Vor

00:56:43: allem darf man auch nicht vergessen, es ist ja eine zarte Frau.

00:56:47: Wenn die ihn schubst, passiert nicht viel.

00:56:50: Und seine ganze Inszenierung zählt ja darauf ab, die Schwere der Situation abzuschwächen.

00:56:58: Also seht ihr, ich hab sie ja nur geschubst, also auf seine Wortwahl.

00:57:02: Er sagt ja nicht, ich hab drauf losgeschlagen wie von Sinn, sondern ich hab sie geschubst.

00:57:07: Schubsen machen Kinder im Sandkasten.

00:57:09: Der kleine Bertrand, der arme Kerl.

00:57:12: Total.

00:57:12: Und diese Provokation, wie gesagt, ist ja auch keine Entschuldigung.

00:57:15: Ich habe auch nochmal unseren Psychologen Christian Lütte danach gefragt und der schätzt das so ein.

00:57:21: Das ist überhaupt keine Entschuldigung.

00:57:22: Gefühle können erklären, warum jemand etwas tut, aber sie entschuldigen nichts.

00:57:26: Wer zuschlägt, übernimmt die Verantwortung für diese Tat.

00:57:29: Ganz einfach.

00:57:30: Provokation ist ein klassisches Muster, um die Schuld auf das Opfer zu schieben.

00:57:35: Absolut sehe ich genauso.

00:57:36: Aber Bertrand, der bleibt bei seiner Geschichte.

00:57:38: Der sagt, es war eine Rangelei, die zu einem Unfall geführt hat.

00:57:42: Marie sei gestürzt und habe sich daraufhin am Kopf verletzt.

00:57:46: Doch ist das plausibel.

00:57:48: Wir haben ja unseren Rechtsmediziner Thomas Kamphausen von der FU Erlang Nürnberg.

00:57:52: Und ich habe ihn mal gefragt, wie man Verletzungen durch Schläge von einem Unfall unterscheiden kann.

00:57:58: Und das sagt er dazu.

00:57:59: Von der Vorgehensweise ist das so, dass man sich erstmal die Verletzungen anschaut und sich anschaut, was gibt es da überhaupt für Verletzungen?

00:58:05: Bei Schlägen mit der Hand und mit der Faust gegen den Kopf würde ich stumpfe Gewalteinwirkungen gegen den Kopf erwarten.

00:58:10: Das heißt, Hematoma, Abschürfungen, vielleicht auch schon Brüche vom Mittelgesichtsknochen, also Nasenbeinbrüche, Augenhöhlenbrüche, Jochbeinbrüche.

00:58:19: Ist gleich auch sogar schon Kieferbruch oder so, je nachdem, wie intensiv das ist.

00:58:22: Und ansonsten ist es so, dass dieses Verletzungsbild Mit Ausnahme vielleicht von Hautunterblutung, Hämatom, die aussehen wie Fingerknöche, Abdrücke, ohne eine spezielle, spezifische Konturgebung ist.

00:58:33: Demgegenüber würde jetzt ein Sturz gegen eine geformte Struktur diese im Negativ widerspiegeln können, wie so ein Stempelabdruck.

00:58:41: Wenn ich ein Tatwerkzeug benutze, würde auch das wie ein Stempelabdruck eine konturierte Form, also eine sogenannte Formsspur hinterlassen.

00:58:48: Das andere, was ganz wichtig ist, ist die Frage, wo sind die Verletzungen lokalisiert?

00:58:53: Da gibt es eine ganz simple Regel.

00:58:55: Das ist im Bereich des Kopfes halt die sogenannte Hutkrämpendinie.

00:58:59: Hutkrämpendinie deshalb, weil das der größte Umfang des Kopfes ist, wo so ein Hut normalerweise drauf sitzt, heute eher ein Käppi, weil das der größte Umfang des Kopfes ist, der Equator.

00:59:08: Es ist so, dass man sich genau diese prominente Struktur bei Sturzgeschehen am meisten irgendwie stößt und anhaut.

00:59:15: Und im Gesicht haben wir noch die prominenten Knochen, Vorsprünge, die Nase, wir haben die Jochbeine, wir haben das Kinn, kennt jeder, wenn man mal unglücklich aufs Gesicht fällt oder so, die man sich dann einhaut.

00:59:25: Schläge liegen auch an Stellen, die an und für sich geschützt sind oder die man sich durch so ein Sturz nicht so einfach einhauen kann.

00:59:32: Zusammengefasst kann man also sagen, dass man doch sehr gut unterscheiden kann, ob Verletzungen, insbesondere Hautunterblutungen, Schürfungen, Rötungen durch Sturzereignisse entstanden sind oder ob die durch Fremdehand entstanden sind.

00:59:46: Ja, ihr seht also, man kann das untersuchen, da gibt es Möglichkeiten.

00:59:50: Aber in diesem Fall kämpfen die Ärzte ja erst mal noch um das Leben von Marie.

00:59:54: Das heißt, es geht erst mal gar nicht um das, was passiert ist, sondern um ihre Gesundheit.

00:59:58: Und das sagt auch Thomas.

01:00:00: Wenn ein Gewaltaupfer dann nach... einem schweren Schädelhirntrauma durch Schläge und Stöße ins Krankenhaus kommt und dort aufgrund der Schwere der Verletzungen bei einem schweren Schädelhirntrauma sofort operiert wird, um zum Beispiel eine Hirnblutung zu entlasten oder eine Blutung im Schädel zu entlasten.

01:00:18: Und dann ist das oftmals notfallmedizinisch sofort notwendig, weil eine Blutung in der Schädelhöhle das Problem auch weiß, dass das hier eigentlich den Schädel vollständig ausfüllt.

01:00:28: Blut jetzt dort keinen Platz hat.

01:00:30: Blut dann auf das Gehirn drauf, drückt das wiederum, ist ganz schlecht für das Gehirn.

01:00:33: Es stirbt dann hier ein Gewebe ab bzw.

01:00:35: wird dann eingeklemmt und letztendlich führt das dazu, das mit der Einklemmung des Atemzentrums Menschen auffern zu atmen.

01:00:41: Darum ist das ganz wichtig, dort eine Entlastung im Rahmen einer sogenannten Trepanation durchzuführen.

01:00:45: Das ist ein uraltermedizinischer Eingriff, haben in der Antike sogar schon die Ägypter gemacht.

01:00:51: Es gibt antike ägypterische Mumien und Knochenfunde, die belegen, das bereits erfolgreich.

01:00:57: überlebte, auch über lange Zeit, über Jahre überlebte, Eingriffe in die Schädelhölle stattgefunden haben.

01:01:02: Das ist also etwas, was da notwendig ist, wenn dann nach längerem Krankenlager die Person verstirbt und vorher keiner rechtsmedizinischen Untersuchung stattgefunden hat, weil es einfach zeitlich nicht ging wegen der Ärztlichen Behandlungsmaßnahmen, dann ist das insofern für die Beurteilung schlecht und unglücklich, weil wir die Verletzungen natürlich frisch beurteilen wollen, umzuschauen, ob dort Hautunterblutung oder Hautrötungen im Sinne von Formsspuren vorliegen.

01:01:27: Und die können auch innerhalb von Tagen dann verschwunden sein.

01:01:30: Und wenn man die dann nicht mehr nachweisen kann, ist das halt für die Beurteilung sehr, sehr schwierig.

01:01:34: Ja, so ist das auch in diesem Fall.

01:01:35: Marie kann niemand fragen, denn sie liegt im Koma.

01:01:39: Und Bert Rauch spricht weiter von einem tragischen Unfall.

01:01:41: Und diese These, die wird auch erst mal von allen akzeptiert.

01:01:44: Könnte euch vorstellen, die Geschichte wird in den Medien natürlich riesig.

01:01:48: Alle berichten, eine gefeierte Schauspielerin und ein erfolgreicher Rockstar ist die perfekte Story.

01:01:53: Die berichten, dass Marie nach einem Sturz im Koma liegt.

01:01:56: Sie sei während eines Streits zu Boden gegangen und habe sich den Kopf an einer Heizung gestoßen und dabei lebensgefährlich verletzt.

01:02:02: Alle hoffen, dass Marie wieder aufwacht.

01:02:04: Die liegt im Krankenhaus.

01:02:06: Und da sind auch alle, Bertrand, ihre Familie, die Bandmitglieder reisen an.

01:02:11: Sogar Bertrands Ex-Frau Christina.

01:02:13: Doch das alles hilft nichts.

01:02:15: Marie liegt wirklich in einem tiefen Koma und ihr Zustand verschlechtert sich.

01:02:19: Am einundreißigsten Juli, es wird Marie mit einem Spezialflugzeug von Litauen nach Frankreich verlegt.

01:02:26: Sie kommt in eine Klinik bei Paris.

01:02:27: Dort liegt sie weiter im Koma.

01:02:29: Ihre Mutter Nadine weicht nicht von ihrer Seite, auch ihre Söhne und auch Bertrand.

01:02:34: Besuchen Sie häufig.

01:02:36: Bertrand ist fast die ganze Zeit bei Marie und erzählt allen, was für ein tragischer Unfall das war und was für ein großes Missverständnis.

01:02:43: Bis zum ersten August, zwei Tausend drei.

01:02:46: An dem Tag stirbt Marie an den Folgen ihrer Verletzungen.

01:02:50: Sie wird einundvierzig Jahre alt und die Todesursache lautet zerebrales Oedem.

01:02:56: Gottschrecklich, also ist sie an den Folgen der Schläge gestorben.

01:02:59: Ganz genau und auch ganz schlimm und Experten sagen vor allem im Nachhinein, hätte er sie nicht einfach sieben Stunden dort liegen lassen, sondern sofort den Notarzt gerufen, dann hätte sie vielleicht eine Chance gehabt.

01:03:11: Also, was denkt ihr?

01:03:12: War es ein Unfall?

01:03:13: Ich denke ja eher nicht.

01:03:14: Ach gar kein Fall!

01:03:17: Das stinkt mir bis zum Himmel die Geschichte.

01:03:19: Man müsste ja einfach nur die Ex-Partnerinnen fragen, weil das wird nicht der erste Vorfall gewesen sein dieser Art.

01:03:26: Und so könnte man doch ein relativ deutliches Täterbild zeichnen, meine ich.

01:03:31: Aber den läuft doch noch was zu dem Zeitpunkt, oder?

01:03:34: Also die haben ja auch noch Kontakt und sind ja befreundlich.

01:03:36: Ich glaube nicht, dass die da jetzt gegen den noch aussagen wird, oder doch?

01:03:40: Das ist eine spannende Frage, die wir dann in der nächsten Folge aufklären werden.

01:03:44: Aber in der Tat ist es ja ganz oft so bei solchen gewalttätigen Männern, dass wenn man nämlich tiefer gräbt, dass man eben dann, wie du sagst, Paula häufig in der Vergangenheit etwas findet, Und in diesem Fall, ob das dann so ist oder nicht, werden wir dann später rausfinden.

01:04:00: Ja, und was ich mir jetzt auch denke, ich meine, wenn es wirklich ein Unfall war und man stellt sich das so vor, okay, zwei Streiten und vielleicht fällt da wirklich jemand hin oder er wollte sie wirklich nur schubsen, dann werde ich doch in diesem Moment panisch und ruft sofort den Notarzt.

01:04:13: Und warte dann nicht sieben Stunden, weil ich wahrscheinlich sowieso ein schlechtes Gewissen habe und weiß, was ich in Wirklichkeit getan habe, wenn mich das ist kein Unfall war, sondern dass ich sie ja halb totgeprügelt habe.

01:04:23: Ja, absolut.

01:04:24: Aber er hat wahrscheinlich einfach Panik bekommen und wollte sich rausreden, hat gedacht, vielleicht geht's ja irgendwie gut.

01:04:29: Das ist ja leider auch häufig der Fall, ne?

01:04:31: Dass dann Täter irgendwie denken, so nach dem Motto Kopf in den Sand und erst mal abwarten und vielleicht geht's irgendwie an mir vorbei.

01:04:38: Aber in dem Fall war das eben leider nicht so.

01:04:42: Ja, wie das weitergeht, das hört ihr dann in der nächsten Folge.

01:04:44: Dann kommt quasi Teil zwei unserer Doppelfolge.

01:04:47: Das heißt, ihr könnt dann jetzt einfach rübergehen.

01:04:49: So ist das in Crime Frauen, die töten.

01:04:52: Ja, Amira, Paula, ihr seid natürlich dann auch wieder mit dabei.

01:04:55: Und wie gesagt, wenn ihr uns noch nicht abonniert habt, macht das gerne auf allen Podcast-Plattformen eures Vertrauens.

01:05:00: Und folgt uns gerne bei Instagram auf eistunterstrichmacho unterstrichlatte und sistersincrime.podcast.

01:05:06: Dann verpasst ihr auch nix.

01:05:08: Ich bin sehr gespannt, wir hüpfen mal rüber.

01:05:10: Danke, dass ihr bei uns wart.

01:05:12: Und jetzt geht's mal

01:05:13: weiter.

01:05:13: Ja, wir sagen danke, dass wir bei euch sein durften.

01:05:16: Ja, das war schön bei euch.

01:05:18: Danke schön.

01:05:18: Habt ihr eigentlich apropos Macho-Matchalatte?

01:05:21: Paula, trinkst du ihn?

01:05:22: Weil du hast gesagt, du trinkst kein Kaffee.

01:05:24: Von Macho zu Macha?

01:05:26: Nee, ich trinke gar nichts Warmes.

01:05:28: Wirklich selten.

01:05:29: Also Macha, das ist ein Konzept, das hat sich mir noch nicht erschlossen.

01:05:33: Ganz

01:05:33: werdneutrei gesagt.

01:05:34: Und

01:05:34: wie sieht's aus mit Lüwein?

01:05:35: Du hast gerade Alkohol trinkst du?

01:05:36: Geht blühbar?

01:05:39: Da machst du

01:05:40: das ja saisonal begrenzt.

01:05:42: Also, wenn es nicht zu süß ist, geht das.

01:05:45: Aber auch nicht viel.

01:05:46: Dann würde ich mal sagen, was auch immer ihr mögt, um den zweiten Teil zu hören, holt euch einen kalt oder warmen Getränk, macht es euch gemütlich auf der Couch oder wo auch immer ihr seid und dann freuen wir uns, euch gleich wieder zu hören.

01:05:59: Bis gleich!

01:06:01: Bis gleich!

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